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Ein Thema. Zwei Termine. Zwei verschiedene Ergebnisse. So lassen sich unsere beiden HR-Breakfasts zum Thema Nachhaltigkeit im Recruiting – einmal im November 2019 in München – und im Januar 2020 bei der Barmer in Augsburg wohl am schnellsten beschreiben. Während der Begriff der Nachhaltigkeit in München gar nicht in Frage gestellt wurde und in der gemeinsamen Diskussion mit unseren Podiumsgästen vielmehr um das „Wie“ diskutiert wurde, stellen unsere Gäste in Augsburg den Begriff der Nachhaltigkeit auf die Waage.

 

Ist Nachhaltigkeit ein Begriff, den wir im Recruiting und Employer Branding meiden sollten?

 

Unser HR-Breakfast begann mit einer klaren Statement von Andrea Reiter – Chief Staff Officer for Optimistic People & Geek Culture bei Team23:
„Wir sprechen bei uns im Unternehmen nicht von Nachhaltigkeit. Wir treffen Entscheidungen aus ökonomischen und menschlichen Gesichtspunkten. Bei Schlagwort Nachhaltigkeit entsteht von Außen ein 100% Anspruch und meist wird nur darauf geachtet, was man „nicht schafft“.

Dennoch sind bei bei Team23 viele Regelungen und Tools etabliert, die nachhaltig dafür sorgen, dass sich das Team wohlfühlt:
Flache Hierarchien und agile Teams, flexible Arbeitszeiten, digitale Plattformen zum internen Austausch und der Wissensvermittlung, Grünpflanzen- und Klorollenverantwortliche, Meet-Ups im eigenen Haus und vieles mehr.

Andrea Reiter beschreibt dies so: „Viele nachhaltige Maßnahmen erwachsen aus dem gesunden Menschenverstand. Wichtig ist hierbei vor allem, dass diese auch in der Führung gelebt werden.“

Ökonomisches Handeln und Recruiting

Nachhaltigkeit bei einem kommunalen Versorger

 

„Nachwuchsprobleme hat das kommunale Unternehmen der Stadtwerke Augsburg bis dato kaum.“ stellte Karen Hesse, Senior HR Consultant der Stadtwerke Augsburg, fest Dies liegt an der geringen Fluktuation und auch an den Produkten und Dienstleistungen die angeboten werden. Dabei hat das Thema Nachhaltigkeit in den letzten Jahren in vielen Prozessen und Bereichen Einzug erhalten:  Eine konzernübergreifende Nachhaltigkeitsstrategie, die auch in den Zielen der SWA verankert ist, ist hierbei nur der Anfang. Durch das durch die Mitarbeiter getriebene Ideenmanagement werden immer mehr nachhaltige Themen und Wünsche im Unternehmen sichtbar. Dabei stellt sich immer wieder heraus: Die Mitarbeitenden der SWA vereint ein ökologisches Grundverständnis z.B. für die Themen Gesundheit und Naturverbundenheit.

 

Ökonomisches denken und Handeln fördern

 

Durch die vielen Praxisbeispiele und die gemeinsame Diskussion wird klar: Das Thema der Ökonomie und Nachhaltigkeit liegt den Mitarbeitenden am Herzen. Dies spürt auch Rike Everding – Gründerin der Everding Akademie aus Herrsching.
Die Akademie vermittelt im Rahmen von Workshops, Seminaren und einem Zertifikatslehrgang Wissen und Erfahrung aus der „Gemeinwohl Ökonomie“. Zu Ihr kommen Unternehmen und Mitarbeitende, die Sinnhaftigkeit und wirtschaftliches Handeln miteinander verbinden wollen.

Dass dies möglich ist bekräftigt auch Andrea Reiter mit der Aussage: Unsere Entscheidungen werden immer unter den Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit getroffen: Wie können wir schlanker, effizienter und für alle zufriedenstellender Arbeiten? Am Ende haben diese Entscheidungen sehr viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Auch wenn wir es nicht so nennen.“

Fazit unseres HR-Breakfast in Augsburg:

Nachhaltigkeit im Recruiting und People Management beruht schlussendlich auf drei Punkten: dem Dreieck aus Ökologischen, Ökonomischen, Sozialen Zielen. Durch die aktuell stark forcierten und getriebenen Diskussionen unter dem Schlagwort der Nachhaltigkeit wird dieses immer mehr zur Worthülse. Der Wunsch nach mehr Gemeinwohl  in allen Bereichen ist von den Mitarbeitenden klar zu spüren. Wie und in welchem Maße dies innerhalb des Unternehmens gelebt wird ist anhängig von einer Vielzahl an unterschiedlichen Faktoren. Doch das dieses Thema im Recruitig und Employer Branding relevant ist – darüber waren sich die Gäste des SEETALENT HR-Breakfasts einig.